IES – Integrating the Energy System Austria

 

 

Besuchen Sie bitte unsere englische Webseite für detaillierte Informationen zu dem Projekt und zu dem aktuellen Status.

 

Interoperabilität ist ein wesentlicher Baustein der Transformation des Energiesystems. Das Projekt "Integrating the Energy System (IES)" entwickelt eine modulare Prozesskette zur Sicherstellung der Interoperabilität von elektronischen Datenaustauschen in zukünftigen intelligenten Energiesystemen (Smart Energy Systems).

 

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Deutsche Version: Kurzbeschreibung IES - Projekt

English Version: Abstract IES - Project

 

Der IES-Ansatz

IES strebt die Adaptierung und Implementierung einer herstellerneutralen und kooperativen Methodik zur Sicherstellung der Interoperabilität von IKT-Systemen in Smart Energy Systems an (Abb.1). Als Grundlage dient eine etablierte Methodik aus dem Gesundheitssektor, wo Interoperabilität verschiedener Systeme seit vielen Jahrzehnten erfolgreich umgesetzt wird.

 

Unter dem Dach der globalen und gemeinnützigen Organisation Integrating the Healthcare Enterprise (IHE) arbeiten verschiedene Akteure aus dem Gesundheitssektor aktiv zusammen, um die Interoperabilität relevanter IKT-Systeme zu sichern. Dies basiert auf einem fairen, kooperativen und partizipativen Prozess, der Hersteller, Anwender und Nutzer gleichermaßen integriert. Im Rahmen des IES-Projekts findet ein sektorenübergreifender Wissensaustausch statt, um von diesem jahrzehntelangen Know-How im Gesundheitssektor zu profitieren.

 

IES entwickelt ein Handbuch und definiert Richtlinien für die praktische Implementierung der adaptierten Prozesse. Mit dem bereitgestellten Softwaretool können Interoperabilitätstests von Softwareprodukten im Energiesektor durchgeführt werden.

 

Die zugrundeliegende modulare Prozesskette zur Sicherstellung der Interoperabilität umfasst die folgenden vier Schritte:

  1. Auswahl und Definition von Anwendungsfällen aus der Praxis
  2. Entwicklung von Integrationsprofilen, d.h. Definition und Spezifikation der normierten Anwendung existierender Standards zur Umsetzung der ausgewählten Use Case
  3. Implementierung der entwickelten Integrationsprofile in Software-Lösungen
  4. Durchführung herstellerneutraler Interoperabilitätstests und Veröffentlichung der Ergebnisse

 

Abb. 1: IES Prozess – Entwicklung von Integrationsprofilen und Durchführung von Interoperabilitätstests basierend auf der IHE-Methodik.

 

Projektziele

  • Adaptierung und Implementierung einer etablierten Methodik zur Sicherstellung von Interoperabilität von Datenaustauschen in Smart Energy Systems
  • Auswahl und Definition exemplarischer Use Cases zur Validierung des entwickelten Interoperabilitätsprozesses im Energiesektor
  • Entwicklung einer open source-basierten Testplattform für Interoperabilität
  • Entwicklung exemplarischer Integrationsprofile als wiederverwendbare‚ digital interoperability building blocks‘
  • Durchführung von Maßnahmen zur Bewusstseinsbildung relevanter Stakeholder in Bezug auf wettbewerbliche Vorteile interoperabler Lösungen in Smart Energy Systems
  • Transparente Darstellung und Veröffentlichung der Methodik, um ihre Anwendung in zukünftigen EU-unterstützten Smart Energy System-Projekten sicherzustellen

 

Interoperabilität ist ein wesentlicher Baustein für das Gelingen der Energiewende und trägt zum Investitionsschutz sowohl auf Seiten der Anwender als auch der Hersteller bei. Die genormte Verwendung technischer Standards für Schnittstellen und Kommunikationsprotokolle ist ein zentrales Erfordernis einer kosteneffizienten Systemintegration. Nahtlose Interoperabilität im Smart Grid ist besonders wichtig, da der Wandel zu Smart Grids schrittweise stattfindet und neue Komponenten in ein existierendes Gesamtsystem integriert werden müssen.

 

Technische Grundlagen

Als Grundlage für das Projekt dienen die Standards der CEN-CENELEC-ETSI Smart Grid Coordination Group (SGCG/M490) und für die Interoperabilität die Methodik der IHE (Integrating the Healthcare Enterprise), die sich bereits seit vielen Jahren bewährt hat. Im Gesundheitswesen etablierte die IHE ein Verfahren zur kooperativen Entwicklung von Interoperabilitätsprofilen zur Umsetzung definierter Anwendungsfälle. Diese Profile verweisen auf ausgewählte "Basis Normen", die die vollständigen technischen Spezifikationen festlegen, um alle Fragen der Interoperabilität (z.B. Datenformate, Protokolle, Semantik, Sicherheitsmethoden) abzudecken.

Das "European Interoperability Framework (EIF) for European public services " empfiehlt die "Formalisierung von Kooperationsvereinbarungen in Interoperabilitätsvereinbarungen", um die rechtliche, organisatorische, semantische und technische Interoperabilität zu gewährleisten. Mit dem EIF und IHE-Prozess entstand eine Methodik, um die Interoperabilität technischer Lösungen zu bewerten und zu testen.

Die Notwendigkeit von Interoperabilität ist auch im Rahmen des Mandates M490/SGAM identifiziert worden. Die wichtigste Innovation im IES-Projekt ist die branchenübergreifende Übertragung des vorhandenen Wissens der Projektpartner, z.B. bezüglich der Profilerstellung und der Testumgebung, auf die Smart-Grid-Domäne.

Die geplante Entwicklung der Methodik von Interoperabilitätstests wird in einer Demonstration gezeigt, um die Interoperabilität auf verschiedenen Ebenen zu testen. Beispielsweise werden Syntax und Semantik, aber auch Engineering, Laufzeit und Archivierungszwecke überprüft. Eine breite Anwendbarkeit und Akzeptanz von Testsystemen sorgt dafür, dass in Zukunft in Smart Grid Systemen die notwendige Interoperabilität gewährleistet ist.

 

Europäische Kommission

Als Grundlage für das Projekt dienen die Standards von CEN-CENELEC-ETSI, das Smart Grid Architecture Model der Smart Grid Coordination Group (SGCG/M490) sowie die auf ISO/TR 28380 basierende IHE-Methodik zur Sicherstellung von Interoperabilität.

Im Einklang mit den Europe 2020-Strategiezielen der EU-Kommission fördert die Umsetzung der IES-Methodik die Entwicklung eines sektoren- und grenzübergreifenden Digitalen Binnenmarkts. Das "European Interoperability Framework (EIF) for European public services" empfiehlt die Formalisierung von Kooperationsübereinkommen in Interoperabilitätsvereinbarungen, um die rechtliche, organisatorische, semantische und technische Interoperabilität zu gewährleisten. Mit dem IES-Prozess entsteht eine Methodik, um die Interoperabilität technischer Lösungen zu bewerten und zu testen.

 

Abb. 2 : Digital Building Blocks (Eigene Darstellung  basierend auf EU-KOM, ICT Standardisation Priorities for the Digital Single Market, available at: https://ec.europa.eu/digital-single-market/en/news/communication-ict-standardisation-priorities-digital-single-market)

 

Projektergebnisse

Das Ergebnis des Projekts ist ein detailliertes, dokumentiertes Verfahren zur normierten Verwendung von Standards im Smart Grid. Die Beschreibung der Prozesse und die praktische Umsetzung erfolgt herstellerneutral, um die langfristige Interoperabilität und Akzeptanz im Energiebereich zu gewährleisten. Das transparente Verfahren und die offene Zugänglichkeit der Datenbank für technische Spezifikationen und Profile garantieren den Technologieanbietern interoperabler Produkte und Dienstleistungen nachhaltigen Investitionsschutz. Auf diese Weise wird die Interoperabilität zunehmenden Wettbewerb für bessere Produkte auf vorgegebenem Sicherheitsniveau mit sinkenden Preisen schaffen.

 

 

Projektleiterin     DI Dr. Angela Berger
Unternehmen     Technologieplattform Smart Grids Austria
Kontakt    

DI Dr. Angela Berger
Mariahilfer Straße 37-39
1060 WienT: +43 1 58839 - 58

E: angela.berger@smartgrids.at

Projektpartner

 

 

Tiani Spirit GmbH, AT

FH Technikum Wien, AT

Sprecher Automation, AT

AICO EDV-Beratung GmbH, AT

OFFIS, DE

Projekt Seiten    

Technologieplattform Smart Grids Austria:
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OFFIS, Deutschland:
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TIANI Spirit GmbH
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Das Projekt wird vom Klima- und Energiefonds im Rahmen des Programms Energieforschung 2015 gefördert.